Musik an den Mann oder die Frau bringen

Musik „an den Mann“ bringen,

darum geht es im P-Seminar „Orchestermanagement“, das Schüler der 11. Jahrgangsstufe des Gymnasiums der Benediktiner Schäftlarn unter der Leitung ihrer Musiklehrerin Frau Ingeborg Lutz in einer Kooperation mit dem Bayerischen Rundfunk im Schuljahr 2013/14 durchführen.

Wenn zu Beginn einer Vorstellung der Vorhang auf der Bühne aufgeht, dann ist das nur der Höhepunkt einer umfangreichen Arbeitsphase. Lange vorher bereits beginnen die Planungen Das Theater muss gebucht, Musiker, Darsteller und der Dirigent verpflichtet und Werbemaßnahmen ergriffen werden. Der P-Seminarkurs des Benediktinergymnasiums Schäftlarn wurde vom Bayerischen Rundfunk eingeladen, an der Aufführung der Oper Salomé des französischen Komponisten Antoine Mariotte im Rahmen der Konzertreihe Klassik zum Staunen mitzuarbeiten.

Die 12 Schülerinnen und Schüler teilten sich dafür in zwei Gruppen auf. Lea Deckers, Charlotte Endlicher, Oona Jung, Sonja Karreth, Sonja Landesberger, Alexander Lorenzl und Annkathrin Schwier hatten die Aufgabe, die Texte für das Programmplakat zu erarbeiten. Sie recherchierten dafür über die Biografie des Komponisten und die Umstände der Entstehung des Werkes, über den Textautor Oscar Wilde, über die Handlung und ihre Verarbeitung in der Literatur und der bildenden Kunst. Sonja Landesberger wurde sogar selbst künstlerisch tätig und fertigte eine Zeichnung der Salomé, so wie sie sich diese vorstellt. Professionelle Unterstützung erhielt dieser Teil des Kurses von Frau Dr. Doris Sennefelder, die für die Programmhefte im Bayerischen Rundfunk zuständig ist. Dank ihrer kompetenten Anleitung und Betreuung gingen alle Beteiligten sehr motiviert ans Werk. 

Der Auftrag an die zweite Gruppe, nämlich Luisa Brügel, Marla Wahlen, Florian Großmann, Julius März und Frederik Kolligs bestand darin, eine Einführung in das Werk zu gestalten und zu moderieren, um dem Publikum sowohl die Handlung als auch Hintergrundwissen zu vermitteln. Neben Informationen über Komponist und Werk haben sich die Moderatoren vor allem darauf konzentriert, die Hauptpersonen der Oper mit ihren speziellen Eigenheiten vorzustellen und sie zu lebenden Vertreter aus Politik, Film und Fernsehen in Bezug zu setzen. Untermalt von einer kleinen szenischen Darstellung verdeutlichen sie am Ende noch einmal zusammenfassend die wesentlichen Beziehungen der Figuren untereinander.

Dazu spielen Luisa und Julius typische Motive der Protagonisten auf dem Klavier, damit die Zuhörer auch deren musikalische Charakterisierung kennenlernen und hoffentlich bei der anschließenden Aufführung auch wiedererkennen. Neben dem Verfassen der Texte musste sich diese Gruppe vor allem überlegen, wie sie die Informationen überzeugend und spannend vermitteln kann. Sie hatten mit BR-Moderator Herrn Ben Alber einen sehr mitreißenden Coach zur Seite gestellt bekommen, dem es gelungen war, ungeahnte Fähigkeiten in ihnen freizusetzen.

Am Dienstag, den 11. März, ist es endlich soweit. Um 18 Uhr öffnen sich die Türen des Prinzregententheaters in München. Die Programmhefte liegen bereit und im Gartensaal beginnt die Einführung in die Oper Salomé von Antoine Mariotte.

Während das Publikum durch die Moderation auf das Werk eingestimmt wird, stellen sich hinter der Bühne die Solisten der Bayerischen Theaterakademie auf ihren Auftritt ein und das Münchner Rundfunkorchester unter der Leitung von Ulf Schirmer spielt sich im Orchestergraben ein.

Um 19 Uhr schließlich, wenn sowohl das Publikum als auch die Ausführenden perfekt vorbereitet sind, hebt sich der Vorhang im Prinzregententheater und die Vorstellung kann beginnen. Für die Schülerinnen und Schüler des Benediktinergymnasiums, ihre Lehrerin Frau Ingeborg Lutz und alle anderen Beteiligten ist der Höhepunkt einer langen, interessanten und spannenden Arbeitsphase gekommen.

Text // P-Seminar

 

©Sonja Landesberger

Salomé

Im Palast des Tetrarchen Herodes wird ein Festmahl abgehalten. Ein junge Syrer, Teil der königlichen Wache, ist in die Prinzessin Salomé verliebt. Jedoch warnt man ihn vor einem bösen Ende dieser Verliebtheit. Die nächtliche Ruhe wird nur durch den Propheten Iokanaan und seinen  Vorsehungen unterbrochen.  Dieser wird von Herodes in  der Zisterne gefangen gehalten.
Als Salomé das Festmahl verlässt, wird sie auf die Stimme Iokanaans aufmerksam. Sie verlangt nach diesem und kann schließlich ihren Verehrer, den jungen Syrer Narraboth, dazu bewegen, ihren Bitten nachzugeben.

Salomé verliebt sich trotz seiner schrecklichen Prophezeiungen und Beschimpfungen in Iokanaan. Daraufhin verzweifelt der junge Syrer und bringt sich schließlich um. Salomé ist davon  unbeeindruckt. Kurz darauf kommt die Festgesellschaft ebenfalls auf die Terrasse. Herodes, von bösen Omen eingeschüchtert, kann seinen Blick nicht von seiner Stieftochter Salomé abwenden.

Salomés Mutter Herodias stört sich daran, doch dies hält Herodes nicht davon ab, seine Stieftochter zu bitten, für ihn zu tanzen. Als Gegenleistung für ihren Tanz fordert Salomé, dass Herodes ihr jeden Wunsch erfüllt. Nachdem sie den Tanz der sieben Schleier vorgeführt hat, fordert sie den Kopf des Propheten auf einem Silbertablett. Nach einigem Zieren gibt Herodes Salomé nach, jedoch ist er von diesem Wunsch erschüttert.
Als Salomé der Kopf gebracht wird, küsst sie diesen, um zu zeigen, dass sie nun die volle Gewalt über den toten Iokanaan hat. Herodes graut es und er befiehlt, Salomé zu töten. Damit wird eine von Iokanaans Prophezeiungen wahr.

Text // Lea Deckers und Sonja Karreth

Antoine Mariotte

Das hätte sich Antoine Mariotte nie träumen lassen, dass seine Oper Salomé nun ohne urheberrechtliche Probleme im Prinzregententheater aufgeführt wird. Zu Lebzeiten lieferte er sich einen harten Kampf mit Richard Strauss um die Vertonungsrechte der Tragödie von Oscar Wilde. Obwohl sich der französische Komponist vermutlich schon seit 1895 für den Stoff interessierte, während Strauss sich erst im Jahre 1902 damit beschäftigte, kam ihm der damals schon sehr berühmte deutsche Konkurrent bei der Übertragung der Rechte zur musikalischen Verwertung zuvor. Salome von R. Strauss wurde 1905 in Dresden uraufgeführt.

Mit allen Mitteln versuchten Strauss und sein Verleger eine Aufführung der Oper von Mariotte zu verhindern. Das ging sogar so weit, dass der Verlag die Noten beschlagnahmte und in einem Safe einer Berliner Bank aufbewahrte. Erst nach langwierigen Verhandlungen und durch die Vermittlung von Romain Rolland konnte Mariottes Salomé  1908 in Lyon Premiere feiern.

Heute ist es nicht mehr vorstellbar, das Jemand an einem Werk arbeitet, ohne sich genau über die Rechtslage zu informieren. Damals gab es allerdings auch keine zentralen Einrichtungen, bei denen man Informationen über solche Dinge hätte abfragen können.

Der 1875 geborene Komponist begann seine musikalische Laufbahn mit Verzögerung, da er zuerst eine Karriere bei der Marine begann. Obwohl er dort gute Erfolgsaussichten hatte, entschied er sich, die Flotte zu verlassen und sich ganz der Musik zu widmen. Um sich finanziell über Wasser zu halten, gab er Musikunterricht und Privatkonzerte. Er besuchte am Pariser Konservatorium die Kompositionsklasse von Charles Widor. Den Höhepunkt seiner Laufbahn erlangte Mariotte als Direktor des Konservatoriums in Orleans und als Präsident der Komischen Oper in Paris.

Text // Florian Großmann, Frederik Kolligs, Alexander Lorenzl, Julius März

 

Salome in der Kunst

Die Auseinandersetzung mit der biblischen Königstochter Salome erfolgte nicht nur in der Literatur und in der Musik, sondern auch in den bildenden Künsten. So findet man bereits in antiken Steinreliefs oder byzantinischen Steinmosaiken Szenen aus der Legende um Salomes Rolle bei der Enthauptung von Johannes dem Täufer. Eine der ältesten erhaltenen Darstellung in der Buchmalerei stammt aus dem 6. Jahrhundert. Sie ist im Sinope-Evangeliar in Paris zu finden.

© reeel – fotolia.com

Bis zum 17. Jahrhundert orientierten sich die Künstler an bereits vorhandenen Abbildungen, wie dem Tanz der Salome oder der Überreichung des Hauptes des Johannes an Salome.

Hans Memling zeigt letzteres in seinem Gemälde aus dem Jahr 1474. Salome hält einen Teller, auf den ein Ritter den Kopf des Johannes ablegt. Sie steht unbeweglich da und wirkt schüchtern. Ihr Blick geht an dem abgetrennten Schädel vorbei, sie scheint von ihrer grausamen Tat völlig unberührt zu sein. Auf dem Boden liegt der Körper des Propheten, die umstehenden Personen drücken Entsetzen aus. Salome steht nicht im Bildzentrum, sondern an der Seite. Sie wird so zur Nebenfigur, die nicht aus eigenem Antrieb handelt, sondern von der Mutter angestiftet ist.

Nach dem 17. Jahrhundert fingen die Künstler an sich mit den literarischen Quellen zu befassen und die Interpretation der Gestalt der Salome erfuhr einen deutlichen Wandel.

Der ungarische Maler Éder Gyula präsentiert seine 1907 geschaffene Salome als Einzeldarstellung. Er zeigt sie in siegreicher Pose, selbstbewusst und freizügig. Das Bild ist voller Dynamik und strahlt eine starke Erotik aus. Salome ist die treibende Kraft im Drama und sie hat den Kampf um Johannes gewonnen. Ihr halbnackter Körper dominiert das Gemälde und ihre helle, blasse Haut hebt sich stark vom dunklen Hintergrund ab. Sie hält den abgetrennten Kopf des Johannes am ausgestreckten Arm und blickt ihm triumphierend lachend direkt in das Gesicht. Ihr wahnhafter Blick lässt keinerlei Reue über ihre Tat erkennen.

Text // Charlotte Endlicher, Oona Jung, Sonja Landesberger, Annkathrin Schwier

 

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