Sinnlichkeit zum Anfassen

Sie steht angespannt auf der dunklen Bühne, er befindet sich noch Backstage und zieht seine Jacke aus, es ist nur leises Geraschel und Geflüster zu hören.

Die Musik setzt ein:

Now I…           Sie schauen sich tief in die Augen,

had the time of my life…        er stolziert auf die Bühne,

no i never felt like this before…         das Scheinwerferlicht geht an, er zieht sie an sich,

yes i swear it’s so true…         er beugt sie nach hinten, präsentiert sie einen Halbkreis,

and i own it all to you…                     sie drehen sich zum Publikum,

cause I…                     sie legt ihren Arm um seinen Nacken,

had the time of my life…        er fährt mit seiner Hand entlang ihre Seite bis zu ihrer Taille,

and i own it all to… sie fassen sich an den Händen, noch ein vertrauter Blick

you…   er dreht sie aus, sie fangen an schnellere Schritte zu tanzen, das Publikum tobt (vor Vergnügen)

Jeder von Euch kennt sicherlich diesen Film: Dirty Dancing.

Diese Bewegungen der beiden Tänzer, die inspiriert durch Musik, so gefühlvoll tanzen und dabei noch richtig gut aussehen!

Bekommt Ihr da nicht auch den Drang, etwas so elegantes und ausdruckstarkes zu verkörpern, wie Partick Swazye und Jennifer Grey in den Hauptrollen als Johnny und Baby?

Doch Ihr steht vor der Frage: wo soll ich anfangen?

Da gibt es sehr viele Möglichkeiten!

Die modernen Tänzen, wie Hip Hop , Breakdance oder auch Bauchtanz machen unglaublich Spaß, weil Ihr tanzt mit den Leuten Eurer Crew zu der Musik die Euch gefällt und Ihr verursacht  diesen beeindruckenden wow-Effekt selbst! Sobald ihr drin seid, werdet ihr merken, dass es  gar nicht so schwer ist, wie es auf den ersten Blick aussieht. Es geht Schritt für Schritt und bald entsteht daraus eine super Choreographie. Ihr dürft also nicht nur im Scheinwerferlicht stehen, sondern ihr tut auch etwas für Euren Muskalaufbau, die Motorik und die Koordination. Hierbei handelt es sich um Tänze, bei dem man auf sich und seinen eigenen Körper konzentriert und auch seine Grenzen ausprobieren kann. Wenn Ihr fleißig seid, werdet Ihr nach einiger Zeit so gut sein, dass Euch viele Wege auf die Bühne offenstehen, sodass sicherlich einige von Euch später mal ihr Geld damit verdienen können. Wenn nicht auf der Bühne, dann als Tanzlehrer. Oder beides.

Eine andere Tanzsportart, wohl eine der bekanntesten, ist das Ballett. Es werden durch Mimik, Gestik und Tanzbewegung mit dem ganzen Körper, Gefühle und Handlungen bildlich dargestellt, somit hat der Tänzer die Macht, durch seine Bewegungen, eine Geschichte zu erzählen!! Es kommt ganz auf den Tänzer an, wie der Zuschauer es interpretiert, denn z.B. durch aprupte Bewegungen wird die Stimmung von Zuschauer als stressig, oder angespannt eingestuft, bei weichen und langsamen Bewegungen assoziert der Zuschauer es als harmonische Situation. Da das Ballett ein lebenslanger Lernprozess ist, ist zu empfehlen erst eine Probestunde zu machen, denn hierfür solltet Ihr sehr diszipliniert und motiviert sein. Die Balletttänzer, die es später professionell machen wollen trainieren täglich mindestens eine Stunde, und viele üben sogar von morgens bis abends. Nur selten wird es als “kleines” Hobby zum kräftiger werden gesehen. Wenn jemand professionell Ballett tanzt und noch zur Schule geht, ist es wahrscheinlich ein Vollzeit-Hobby, denn man wird kaum Zeit für andere Hobbys haben. Für mich wäre das nicht das Richtige, weil ich gerne viele unterschiedliche Sachen mache

 

Und wie man so schön sagt: Das beste kommt zum Schluss. Für mich ist es der Paartanz. Es gibt sehr viele unterschiedliche Tänze, wie z.B. Walzer, Discofox, ChaChaCha oder Salsa. Da bin ich nicht hauptsächlich auf mich konzentriert, sondern ich gebe Acht auf meinen Tanzpartner und er auf mich. Das zeigt mir, dass es eigentlich auf mich ankommt ob meine Beziehungen harmonisch sind. Egal ob mit Freunden oder festem Freund/fester Freundin. So kann ich mal einen Anfang setzten, den heute üblichen Egoismus auszuschalten. Wenigstens für diesen Augenblick der Auszeit vom Alltag das Wohl des Anderen vor mein Wohlergehen setzen.

Oder ein Lächeln schenken. -Was kostet es dich? -Nicht viel. Vielleicht rettest du damit den Tag des anderen. Oder ein kurzes Gespräch? -Ein Funken von Aufmerksamkeit. Es freut jeden!

Man Lernt beim tanzen also auch einiges fürs Leben. 😉

© yanlev – fotolia.com

Die Tanztradition kam von den Adeligen aus dem 17. Jahrhundert, alle wollten sich wie die Höhergestellten fühlen und so behandelt werden, deshalb erlernten sie die eleganten und harmonischen Tänze. Aus diesem Grund gehörten viele der Paartänze eine Zeit lang zum Alltag und wirklich jeder konnte wenigstens die Grundschritte. Die Adeligen tanzten in großen Ballsälen und hatten ein großes Tanzfigurenrepertoire. Der Mittelstand und die Ärmeren tanzten zur Musik in Gaststätten und lernten dort von älteren, die sich die Grundschritte von Adeligen abgeschaut hatten. Früher war es eine Tradition, dass man tanzte, sowie, dass die Männer die Frauen wie echte Gentlemans zum Tanzen aufforderten. Heute wird es nur noch in sehr wenigen Tanzschule so beigebracht, was ich etwas schade finde, denn so eine schöne Tradition geht verloren.

Heute steht der Tanz nicht mehr so im Mittelpunkt der Freizeit, aber ich denke der Paartanz ist ein Tanz,  in dem jeder Junge seine charmante Seite zeigen kann und jedes Mädchen, egal was für eine Power-Frau sie ist, einmal bisschen die Verantwortung zum Führen abgeben kann und sich beschützt fühlen kann. Somit erfüllt es die geheimsten Wünsche von vielen von uns.

© Aleksandra Pajonk

Diese Tanzart kann als Freizeitaktivität gesehen werden, aber man kann damit auch auf die große Bühne gehen, wie Swetlana, zwei-fache bayrische Meisterin, es getan hat. Sie ist 17 Jahre alt und Tanzt schon seit ihrem 4 Lebensjahr. Um euch mal näher zubringen wie ein Leben als angehende Professionelle Tanzerin im Scheinwerferlich aussieht, hab ich mich mit ihr unterhalten:

Du bist ja dieses Jahr bayrische Meisterin in der Jugendgruppe geworden. Wie bist du eigentlich zum Tanzen gekommen?

Es ist eine lustige Geschichte. Soweit meine Eltern es mir erzählt haben, hab ich schon in meiner Kindheit viel getanzt. Ich hab den Wäschekorb genommen, hab mich draufgestellt und einfach getanzt. Da haben meine Eltern beschlossen mich in ein Konservatorium für Kinder zu schicken, weil in Russland fängt man schon

ziemlich früh zu tanzen an und da habe ich bis zu meinem 9. Lebensjahr getanzt. Danach sind wir nach Deutschland umgezogen und seit da tanze ich in dem Verein in dem ich jetzt immer noch bin.

Ich hab erst 5 Jahre alleine getanzt; dann ist Jozef gekommen und wir hatten eigentlich keine Wahl, weil unser Trainer hat gesagt, dass wir die bayrische Meisterschaf tanzen. Aber ich wurde nie dazu gezwungen und ich hatte nie das Gefühl, dass ich aufhören will.

Dein Tanzpartner Heißt Josef, wie alt ist er? Und wie lang tanzt er schon?

Er ist 17 Jahre alt und er tanzt schon seit zehn Jahren.

Seit wann tanzt Ihr zusammen?

Seit 2010

Seid Ihr auch privat zusammen?

Wir sind zwar gute Freunde, aber zusammen sind wir nicht. Wir haben mal darüber geredet, aber es ist nicht sehr sinnvoll eine engere Beziehung einzugehen, weil es oft so stressig im Training ist und wir uns zu viel streiten würden. Es gibt auch nur sehr selten Paare die auch privat zusammen sind, weil man echt oft aneinander gerät.

Aber man sollte wirklich gut befreundet sein, damit es funktioniert, oder?

Naja ich weiß nicht, bei uns war es so. Er war auch im Training da und unser Trainer hat gemeint, dass wir zusammen tanzen sollen und in drei Monaten ist die Bayrische Meisterschaft. Wir kannten uns da noch gar nicht, aber es war einfach nur Training, Training, Training angesagt und da war nicht viel Zeit zum Reden. Erst nach einem Jahr haben wir angefangen normal miteinander zu reden, aber mittlerweile sind wir echt gute Freunde, wir erzählen uns echt alles. Josef meint immer wir sind so wie ein altes Ehepaar, weil wir uns jeden Tag mehrere Stunden sehen und da erzählt man sich schon einiges.

Also trainiert Ihr strikt jeden Tag?

Ja mittlerweile schon.

Dann habt Ihr sicherlich schon einiges gewonnen?

Joa…

Nicht so bescheiden!

Bis jetzt sind wir zweifacher bayrischer Meister und haben auch mehrfach den Bayernpokal gewonnen.

Wow! Wenn du es schon so lange machst, dann musst du ja eine super Motivation haben. Was sind deine Ziele?

Mein nächstes Ziel ist die Deutsche Meisterschaft, dann vielleicht irgendwann die Europa- und Weltmeisterschaft. Im Verein haben wir eine Trainerin die Europameisterin und Weltmeisterin ist und sie ist meine Motivation.

Kannst du dir für die Zukunft vorstellen, dass du das Tanzen professionell machst, also dass es dein Beruf wird? Oder siehst du es als dein privates Hobby?

Mein Beruf ist es mittlerweile teilweise jetzt schon, weil ich schon den Trainerschein habe und auch Paare bei uns im Verein trainiere. Das will ich auf jeden fall weitermachen, weil sonst hat es sich so zu sagen nicht gelohnt, wenn ich gut bin dann will ich meine Erfahrungen weitergeben. Und selbst will ich es auch professionell weitermachen.

Also wirklich jeden Tag tanzen üben und ab und zu unterrichten?

Naja es ist halt so, dass man ein richtig guter Trainer sein muss, damit man nur als Trainer arbeiten kann. Mein Trainer hat eine Designfirma, trainiert, und bewertet auf Turnieren. Aber wenn man ein gefragter Trainer und Turnierrichter ist, dann lohnt es sich schon. Aber ich konzentrier mich tatsächlich nicht nur auf das Tanzen, damit ich später nicht mit leeren Händen dasitze. Aber tanzen ist auf jeden Fall etwas, was ich nie aufhören werde!

Also so eine echte Passion?

Genau.

Hast du schon mal daran gedacht in einem Musical mitzuwirken, oder hast du sowas schon gemacht?

Ja, ich hab vor vier Jahren so etwas in der Art gemacht, es war ein Musical für Kinder und es hat voll Spaß gemacht, daher könnt ich mir es schon vorstellen.

Kannst du dir vorstellen so etwas wie Hip Hop zu tanzen? Oder tanzt du sowas in der Art?

Ich hab mal just for fun Hip Hop getanzt, aber ich finde jede Art von Tanz super, und ich bin allgemein von Tanz begeistert, wenn es etwas neues gibt, dann probier‘ ich es auch aus, aber im Verein hab ich es nie eine andere Tanzsportart als Turniertanz gelernt.

Ich finde Breakdance sehr faszinierend – was die mit ihrem Körper alles machen. Aber was da alles beim Training passieren kann, da hätte ich viel zu sehr Angst.

Passt du sehr auf deine Gesundheit auf? Und schränkt es dich ein? Oder sagst du “No Risk No Fun”?

Als Tänzer muss man echt aufpassen. Deine Beine sind wie dein Gehirn. Sie sind das Wichtigste, überhaupt die gesamte Gesundheit ist sehr wichtig.

Naja, aber so wie ich Ski fahr (lacht), da kann gar nichts passieren. Ich fahre echt richtig vorsichtig. Und ich bin auch nicht der Mensch der viel riskiert, wie z.B. Bungee Jumping oder Snowboard fahren, das würde ich mich nie im Leben trauen, sonst fahre ich Fahrrad oder gehe in die Berge, aber sonst mach ich nichts wirklich Gefährliches .

 Text // Aleksandra Pajonk

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