Deutschland vs Japan – Die Gewohnheiten im Vergleich

Japan bei Nacht. reges Nachtleben in Japan und ganz anders als in Deutschland. Die Verhaltensweisen im Vergleich.

Nicht nur aufgrund der Entfernung, sondern auch wegen der unterschiedlichen Entwicklungen von Kulturformen und Traditionen liegt eine Tatsache auf der Hand: In Japan ist einiges anders als in Deutschland.

Trotz der Unterschiede kann man sich in Japan relativ einfach zurechtfinden. Hier sind ein paar zusammengetragene Unterschiede. In Punkto Sauberkeit und Service, hat sich in Laufe der Zeit vieles als selbstverständlich in die japanische Kultur eingebürgert.

Einer der Regeln und auch wahrscheinlich einer der bekanntesten Formen, von Höflichkeit in Japan, ist das Ausziehen der Straßenschuhe vor dem Betreten des Hauses, der Wohnung des Tempels oder Restaurants. Wo eine Stufe ist, heißt es, ab da die Schuhe aus! Aber warum ist das so? Der Grund dafür ist simpel, Japaner wollen keinen Dreck bei sich Zuhause haben. In einigen Fällen werden dir wie etwa in einem Restaurant Gäste Hausschuhe bereitgestellt. Im Gegensatz zu Deutschland sollte man auf jeden Fall immer ein ordentliches Paar Socken tragen.

Japanische Toiletten

Zusätzlich gibt es noch eine Ausnahme was die Toiletten betrifft, die japanischen Toiletten gelten als eine der großen Unterschiede zu Deutschland bzw. der gesamten westlichen Welt. Japanische Toiletten sind komplett elektronisch ausgerüstet, können sprechen und sogar Geräusche abspielen, die von den wahren Vorgängen in der Toilette ablenken sollen. Darüber hinaus ist der Sitz im Winter meist beheizt und es gibt verschiedene Spülvorrichtungen. Zusätzlich werden die Hauspantoffeln vor der Toilette ausgezogen und dort gegen die dafür vorgesehenen Toilettenpantoffeln ausgetauscht.

Ähnlich wie bei den Schuhen gilt es seinen Müll mit nachhause zu nehmen. Der Grund dafür liegt über 20 Jahre zurück: Im Jahr 1995 am 20. März, fand nämlich in der U-Bahn von Tokio ein Terroranschlag durch eine Sekte mit Giftgas statt. Danach

entfernten die japanischen Behörden die meisten Mülleimer aus öffentlichen Bereichen, da diese potenziell für weitere Terrorattacken missbraucht werden könnten. Die Mülleimer, die man heute in der Öffentlichkeit stehen sieht, sind deshalb durchsichtig, damit gleich erkennbar ist, wenn etwas Gefährliches darin enthalten ist. Deshalb nehmen die Japaner ihren Müll üblicherweise wieder mit nach Hause, anstatt ihn in der Öffentlichkeit zu entsorgen. Zu beachten ist, dass man in Japan eine konsequentere Mülltrennung betreibt, welche auch von Touristen erwartet wird.

Wer kennt das nicht? Man sitzt in einem, gemütlichen Restaurant und genießt, dass superleckere Essen und den großartigen Service vor Ort. Natürlich gibt man bei uns dann ein nettes Trinkgeld obendrauf, wenn man die Rechnung bezahlt und mit dem Service zufrieden war. In Japan sollte man auf gar keinen Fall Trinkgeld geben! Dort gilt es nämlich als selbstverständlich einen guten Service anzubieten und alles zu deiner Zufriedenheit zu erledigen. Trinkgeld zu geben, wird als Beleidigung empfunden.

Höflichkeitsformen in der Arbeitswelt

Natürlich gibt es nicht nur im Allgemeinen gewisse kulturelle Höflichkeitsformen, sondern auch in der Arbeitswelt gewisse Regeln, die man beachten muss. Die Arbeitswelt der japanischen Bevölkerung gilt als einer der umstrittensten der Welt. Immer wieder hört man von Zusammenbrüchen und Suiziden aufgrund von Überarbeitung. Einer der Gründe sind sicherlich die unzähligen Überstunden oder nicht genommene Urlaube, da man aus Respekt zum Kollegen auf Freizeit verzichtet.

In Deutschland ist es üblich Überstunden auszugleichen und seine vorhandenen Urlaubstage, unbedingt in Anspruch zu nehmen. Der Mindestanspruch an Urlaubstagen in Deutschland liegt bei 20 Tagen pro Jahr tarifvertraglich, sind aber meist höhere Urlaubsansprüche vereinbart. In Japan können Arbeitnehmer jährlich 20 Tage bezahlten Urlaub nehmen. Hierbei ist aber zu beachten, dass Überstunden nicht ausgeglichen werden und die meisten Japaner ihren Urlaub auf Grund von Rücksicht auf Kollegen hierbei nicht in Anspruch nehmen. Deshalb wurde gesetzlich festgelegt den Arbeitnehmer zu 5 Tagen Urlaub im Jahr zu zwingen.
In der japanischen Arbeitswelt ist jetzt das A und O stets pünktlich zu den Terminen zu erscheinen (10 Minuten vor dem eigentlichen Termin). Ein zu spät kommen zu einem Termin wird als sehr unhöflich empfunden und wird nicht gerne gesehen.

Der Austausch von Visitenkarten ist essenziell für die japanische Arbeitskultur. Auch dieser Prozess ist abhängig von Dienstgrad und Rang, wodurch die Reihenfolge bestimmt, wird: Diejenigen mit höherem Rang tauschen zuerst ihre Karten aus und dann geht es entsprechend nach Rang abwärts weiter.

Das solltest beim Austausch einer Visitenkarte niemals tun:

Über die Regeln beim Austausch von Visitenkarten in Japan könnte man ein ganzes Buch schreiben, aber hier sind zumindest einige wichtige Dinge, die man niemals tun sollte:

  • Die Visitenkarte sofort in die Tasche oder ins Portemonnaie stecken.
    Das ist ein Zeichen der Respektlosigkeit gegenüber der Person, von der du die
    Visitenkarte bekommen hast. Üblicherweise behält man die Visitenkarten für den
    Verlauf des Meetings vor sich, angeordnet nach den Sitzplätzen der Personen.
  • Die Visitenkarte nach Erhalt nicht lesen.
    Außerhalb Japans mag es normal sein die Karte kurz zu überfliegen, aber in Japan
    sollte man die Visitenkarte des Gegenübers sorgfältig durchlesen.
  • Die Karte nicht mit der Vorderseite zur anderen Person zeigend übergeben.
    Deine „meishi“ ist im Grunde genommen dein Gesicht, also verdecke es nicht.
  • Die Karte der anderen Person mit den Händen bedecken.
    Noch wichtiger als dein eigenes Gesicht, ist das Gesicht der anderen Person, also
    achte darauf die Vorderseite der Visitenkarte nicht mit deinen Händen zu
    überdecken.
  • Keine Visitenkarten zum Austauschen dabei haben.
    Nimm für ein Meeting immer ausreichend Visitenkarten mit. Wenn du doch mal in
    so eine Situation geratest, kannst du sagen, dass dir die Karten ausgegangen sind,
    sie aber zurzeit nachgedruckt werden. Aber in Wirklichkeit kennt jeder die wahre
    Bedeutung dieser Ausrede!

Bei uns in Deutschland gibt man die einfach her ohne großes Aufsehen und dient im Gespräch zur Unterstützung wie das gegenüber heißt. Das Fazit, man ist in vielen Situationen in Japan nicht so frei wie bei uns in Deutschland. Es besteht mehr Respekt gegenüber den Arbeitskollegen und den Älteren, aber wenn man hinter die Fassade blickt, sieht das nicht immer ganz so ehrlich aus, da einzelne Regeln durch die Gesellschaft erzwungen sind. In Deutschland gibt es auch viele Verhaltensregeln, welche sich aber stetig von Generation zu Generation ändern.

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