„Ist es nicht schön, gemein zu sein?“

„Hallo Upper East Siders, Gossip Girl hier – eure einzige verlässliche Quelle über das Leben von Manhattans Elite.“ Mit diesem Satz beginnt die erste Folge der US-amerikanischen Serie „Gossip Girl“, die am 19. September 2007 erstmals ausgestrahlt wurde. Seitdem sind viele Jahre vergangen und nun wurde am 17. Dezember 2012 in Deutschland die letzte Folge der Serie gesendet und damit auch die große Frage beantwortet, die uns seit der ersten Episode verfolgt: „Wer ist Gossip Girl?“

Ich bin ein Gossip Girl-Fan der ersten Stunde, seit der ersten Staffel verfolge ich die Intrigen, Skandale und Lügen der New Yorker High Society und ihrer heimlichen Beobachterin Gossip Girl.

Gossip Girl ist eine unbekannte Person, die in ihrem Online-Blog über die betuchten New Yorker Familien und ihre Kinder schreibt. Diejenigen, die sich die Serie ansehen, hören ihre Posts laut von einer weiblichen Stimme vorgelesen, die parallel zu dem Geschehen im Fernseher eingeblendet wird.

Mithilfe von Tipps, die die verschiedenen Protagonisten per E-Mail an sie senden, kommt Gossip Girl an ihre heißen Infos und verpackt diese in provokativen und höchst amüsanten Texten, die für alle in ihrem Blog öffentlich einzulesen sind.

Dadurch macht Gossip Girl sich natürlich auch einige Feinde, da sie tabulos pikante Details aus dem Privatleben der Teenager veröffentlicht und somit die vermeintlichen Freunde gegeneinander aufhetzt.

Sie schafft es immer wieder, dass Freundschaften auseinander gerissen werden, Pärchen sich trennen, Geschäftspartner sich überwerfen und sogar ganze Familien sich streiten.

Seit der ersten Folge wurmt uns die Frage, wer Gossip Girl nun wirklich ist und in der letzten Folge gibt es endlich die große Auflösung.

Es ist Daniel Humphrey.

Daniel gehört genau genommen nicht zu den Upper East Sidern, da er in Brooklyn wohnt und damit zum ärmeren Teil der Bevölkerung gehört.

Er ist zwar nicht arm aber im Vergleich zu den Charakteren dieser Serie, die mit Geld nur so um sich schmeißen können, kommt er einem wirklich arm vor.

In der ersten Staffel beginnt er eine Beziehung mit Serena, der hübschen Blondine aus dem reichen Hause „Van der Woodsen“. Über die Jahre hinweg führen die beiden eine klassische On-Off-Beziehung mit allen Dramen und Katastrophen, die dazu gehören, bis sie in der letzten Folge endlich doch zueinander finden.

Aber Serena spielt eine noch viel wichtigere Rolle, denn sie ist der Grund warum Daniel dieser versnobbten Szene überhaupt angehören will.

Anfangs möchte er sie kennenlernen, um mit ihr zusammen zu sein doch im Laufe der Staffeln erkennt er, dass er anfängt immer mehr zu wollen als nur das.

Er möchte zu dieser Szene gehören.

Um seine Tarnung nicht zu enthüllen schießt er gelegentlich gegen sich selber, zum Beispiel als er online das Gerücht einstellt, Serena sei schwanger und daraufhin mächtig Ärger mit seinem Vater bekommt.

Mit Absicht lenkt er den Verdacht auf unschuldige Personen, die dann mit dem Verdacht konfrontiert werden, Gossip Girl zu sein, was zu neuem Misstrauen und Konflikten führt.

Daniel, dessen größter Traum es schon immer war Autor zu werden, entschließt sich nach einiger Zeit ein Buch zu schreiben. Dieses trägt den Titel „Inside“ und beschreibt die Gemeinschaft der Upper East Siders, zwar mit veränderten aber trotzdem eindeutigen Namen. So wird beispielsweise aus Serena Sabrina und aus Blair wird Clair.

Nach vielen Jahren und vielen Geschichten von Gossip Girl schreibt Dan ein letztes Kapitel und gibt dieses seinem guten Freund Nate Archibald, dem Chef des „Spectators“, einer bekannten Zeitung in New York. Nate veröffentlicht das Kapitel in dem Dan gesteht, Gossip Girl zu sein und sich somit selbst enthüllt und man sieht das Geschehen aus Dans Perspektive uns hört seine Stimme anstatt Gossip Girls weiblicher Stimme, wie es bisher immer der Fall war:

Er ging eine Weile mit den Upper East Sidern zur Schule und wurde eines Tages aus Versehen auf eine ihrer Partys eingeladen. Er selbst beschreibt seine Gefühle mit den Worten „Als ich dort war wollte ich nicht mehr gehen“. An diesem Abend sieht er Serena und spricht das erste Mal mit ihr.

Dan sieht es als Geburtsrecht an, zu dieser Gruppe von Menschen zu gehören – ein Recht das er nicht hat also versucht er sich in diese Welt „hinein zu schreiben“.

„Du bist niemand bis man über dich redet.“

In der ersten Folge der Serie, der Folge in der Serena aus dem Internat zurück kommt, schreibt er seinen ersten Artikel über sich selbst und nennt sich darin „einsamer Junge“.

Als das Geschehen wieder in der Gegenwart dargestellt wird, nimmt Serena ihn trotz allem in Schutz und stellt klar, dass sie ihn nach wie vor über alles liebt. Drei Jahre später heiraten die beiden.

Die letzte Szene und somit auch die ganze Serie endet mit Gossip Girls Worten:

„Dan Humphrey seid ihr vielleicht los aber mich werdet ihr nie los. Es wird immer jemanden geben der draußen steht und rein will… Wer ich jetzt bin? Das ist ein Geheimnis das ich nie lüften werde. XOXO Gossip Girl.“

Die Auflösung der großen Frage, wer Gossip Girl ist war meiner Meinung nach sehr gut gemacht. Man war sich bis zum letzten Moment nicht sicher ob man jemals erfahren würde wer Gossip Girl die ganze Zeit war und beginnt dadurch, sich selber Gedanken darüber zu machen und zu spekulieren. Ich war mir die meiste Zeit sicher, dass es sich bei Gossip Girl nicht um eine Frau handelt weil mir das zu auffällig vorkam und da das die Auswahl schon gehörig einschränkt kamen nun nicht mehr allzu viele Personen in Frage.

Eine Weile lang dachte ich, dass es Chuck Bass wäre aber mit der Zeit hat der Multimillionär eine so große Entwicklung durchgemacht, dass er nicht mehr in mein Bild der unbekannten Person gepasst hat. Außerdem hat meine romantische Seite, die die ganze Zeit sehen wollte, dass Chuck Bass und Blair Waldorf sich am Ende doch noch finden immer gehofft, dass Chuck am Ende der Gute wäre und nicht der Böse denn der Hass den Blair Gossip Girl gegenüber teilweise empfunden hat, hätte womöglich ihre Beziehung zerstört.

Ein weiterer potentieller Kandidat wäre Nate Archibald gewesen, der attraktive junge Sprössling der Familie „Van der Bilt“ und Chef des „Spectator“. Aber mal ehrlich, wer hätte die Zeit eine Zeitung zu leiten, sich mit seinem Vater herum zu schlagen, die nicht immer ganz unkomplizierten Familienangelegenheiten zu regeln, jede Menge Frauen zu vernaschen und dann noch nebenbei einen Online-Blog zu führen?

Dann kam ich auf die Idee, dass es Dan Humphrey sein könnte.

Er war von Anfang an der Autor der Szene und als sein Buch veröffentlicht wurde, erkannte ich einige Parallelen zu Gossip Girl: anfangs wollte Dan das Buch anonym veröffentlichen um den Ärger seiner Freunde zu vermeiden, genau wie Gossip Girl ja auch eine anonyme Form der Veröffentlichung ist. Auch die Tatsache, dass Dan der Einzige außer Nate ist, den man jemals regelmäßig schreiben sieht und der Fakt, dass Dan einer der wenigen ist, die nicht verdächtigt werden Gossip Girl zu sein, spricht für seine gute Tarnung.

Am Ende finde ich es spannend und passend, wie er sich schließlich enthüllt und auch seine Motive erscheinen mir plausibel.

Besonders gut gefällt mir seine Idee sich in die Welt hinein zu schreiben, denn das passt wirklich zu seinem Charakter.

Schade ist nur, dass die Serie jetzt abgedreht ist und es keine weiteren Folgen mehr geben wird.

Ihr wisst dass ihr mich liebt, xoxo Gossip Girl“

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