14 Aufführungen in 4 Tagen von 14 Theaterclubs

Das 10. Treffen Bayerischer Theaterjugendclubs am Residenztheater

 Was für ein großartiges Wochenende: von Donnerstag, 09.06. bis Sonntag, 12.06. 2016 fand in München das 10. Treffen Bayerischer Theaterjugendclubs statt.

Das „Junge Resi“ empfing 14 Jungtheater-Gruppen aus ganz Bayern. Da es sich diesmal um ein Jubiläumstreffen handelte, freuten sich alle Teilnehmer ganz besonders auf die Stücke und das geplante Programm.

Auf den Bühnen des Marstall, des Cuvilliés-Theaters und der Kammer 3 hatten die Nachwuchstalente die Gelegenheit, vor unzähligen Besuchern ihre selbst erarbeiteten Stücke zu präsentieren. In Zusammenarbeit mit der Medienakademie München und der Hochschule München wurde das Projekt über den gesamten Zeitraum dokumentiert. Wer also keine Gelegenheit hatte, eine der heiß begehrten Karten zu ergattern, kann auf der Facebook-Seite und der Homepage des Residenztheaters nachsehen, was so los war.

Der inhaltliche Schwerpunkt lag dieses Jahr auf dem Thema „Zivilcourage“. Unter dem Motto „Gesicht zeigen“ präsentierten die Schauspieler an den vier Tagen ihre Stücke. Interessant dabei war, dass von der Festival-Leitung kein Motto vorgegeben war, die Stücke der Jugendlichen sich aber dennoch alle mit ähnlichen Themen befassten.

In einigen Stücken spielten außerdem Flüchtlinge mit, die so zum Teil auch persönliche Erlebnisse verarbeiten konnten.

Frühstücken, aufwärmen und ab auf die Bühne! Welche Etage und in welchen Raum müssen wir jetzt alle? Ab in den „2.Stock, 3. Tür links“ hieß es am Freitag im Marstalltheater, wo der Hausgeist sein Unwesen treibt.

© Marco Gierschewsk

Melvin Beck, der in seiner Rolle als Geist das Stück mit seinem Gesang und der Gitarre begleitete, schrieb sogar ein Lied, welches mit eingebaut werden konnte. Rund um das Festival kam auch immer wieder die Frage der Rollenfindung auf. Wie finde ich die perfekte Rolle die zu mir passt? Dabei halfen sich die Schauspieler gegenseitig und griffen sich unter die Arme. Auch für alle Spielleiter war es wichtig sich untereinander auszutauschen und die Aufführungen der anderen Theaterclubs zu begutachten.

„Für mich ist Heimat ein Gefühl, es ist nicht der Platz, sondern die Leute“, erzählt uns Anthony Tatis Lebron IV, Darsteller aus dem Stück „Dadortdaheim“, der selbst aus seinem Heimatland flüchten musste. Musikalisch und mit viel Witz wurden politische und religiöse Themen bei „Walwalzer“ behandelt.

 

© Gina Bolle

„Und dann…?“ hieß es am dritten Tag des Festivals. Der Jugendclub aus Fürth klärte uns mit  sehr persönlichen Gedanken der einzelnen Schauspieler auf. Es ist aber auch eine Hommage an eine verstorbene Freundin der Darsteller, die zuvor bei ihnen mitgespielt hatte. „Wir gingen, weil alle gingen“ sagt doch eigentlich schon alles aus. Eine sehr emotionale Geschichte, die sich mit dem Thema Flucht auseinander setzt. Auch bei den Nürnberger Schauspielern mischten sich Flüchtlinge unter das Ensemble, die bei diesem Stück auch ihre eigenen Erfahrungen mit einbringen konnten. Freundschaft. Was bedeutet sie überhaupt? „Ein Freund ist für mich…“ handelt genau davon. Das Theater Pfütze schaffte es acht Nationalitäten auf die Bühne zu bringen und zeigt, das Freundschaft überall zu finden ist, ganz egal woher man kommt. Und das wurde am Abend richtig gefeiert und der Marstall tanzte zur Musik verschiedener Live-Bands.

Mehrere Rollen pro Schauspieler in einem Stück? „Hurria – Ein Versuch“ und es klappte auf Anhieb. Das Gostner Theater aus Nürnberg hat gerade mal sechs Darsteller. Dennoch schafften sie es aktuelle und politische Themen aufzugreifen. Fuchs und Hase auf einer Bühne, da ist Verwirrung vorprogrammiert. Die Augsburger haben uns gezeigt wie manipulativ Sprache sein kann. Sie interpretierten das Stück „Eiland“ auf ihre ganz eigene Art und Weise.

Klar, „Fremd ist der Fremde nur in der Fremde“. Auch der Theaterjugendclub aus Regensburg hat sich mit der Frage auseinandergesetzt was es eigentlich heißt in einem fremden Land anzukommen.

In scheinbar harmlosen Situation kann es natürlich auch schnell zu Eskalationen kommen und in „Morning“ kam es dabei sogar zu Mord.

Text // Anna-Maria Brandt, Vera Fischer,  Teresa Götze, Lea Placidus

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