„Die Tragödie ist vorprogrammiert“ – Interview mit „Eleanor und Park“-Autorin Rainbow Rowell

Eigentlich sind sie grundverscheiden: Die pummelige Eleanor, die gemobbt wird und unter ihrem tyrannischen Stiefvater leidet, und Park, der zurückhaltende Comicfan. Doch als er ihr im Schulbus neben sich Platz macht, kommen sich die beiden näher. Das Jugendbuchdebüt „Eleanor und Park“-der amerikanischen Aturon Rainbow Rowell, ist eine ans Herz gehende Liebesgeschichte zwischen zwei Jugendlichen, die nun auch auf deutsch erschienen ist. Der f79-Autorin Rebekka von Kirchbach erzählt die Schriftstellerin von ihrer ersten großen Liebe, ihrem Interesse an Comics und der anstehenden Buchverfilmung.

Wie sind Sie auf die Idee zu der Geschichte gekommen?

Ich wollte schon immer eine Geschichte über die erste Liebe schreiben. Ich glaube, nur mit 16 verliebst du dich mit jeder Faser deines Körpers. Aber du weißt auch, dass das was du fühlst wahrscheinlich nicht für immer hält . die Tragödie ist sozusagen vorprogrammiert. Es ist, als ob jeder oder jede verliebte 16-jährige entweder Romeo oder Julia ist.

Hat der Roman auch autobiografische Züge oder ist alles frei erfunden?

Ha! Ich erkenne mich in all meinen Charakteren wieder. Ich glaube, ich war Eleanor sehr ähnlich, als ich zu Highschool ging. Ich war zynisch, was die Liebe und die Romantik anbelangte – und auch, was die Zukunft betraf. Aber ich war niemals so kompromisslos und hart wie sie. Ich war niemals so cool. Und ich kann mich auch mit Park identifizieren – sein Bedürfnis, nicht auffallen zu wollen. Ich erinnere mich daran, dass ich mich genauso gefühlt habe.

© Buchcover von „Eleanor und Park“ – Rainbow Rowell

Wie war denn ihre erste Liebe? Gibt es Ähnlichkeiten zu der von Eleanor und Park?

Die Art und Weise, wie Eleanor in „Eleanor & Park“ aufwächst, ähnelt sehr der Art, wie ich aufwuchs – und ich traf meinen Ehemann in der Junior High-School. Aber die Geschichte von „Eleanor und Park“ ist eine ganz eigene und ist völlig anders als meine persönliche Erfahrung mit der ersten Liebe.

Sie haben auf Ihrer Homepage verkündet, dass Sie an einer Graphic Novel arbeiten. Haben Sie ihre eigene Liebe zu Comics auf die Figuren von „Eleanor und Park“ übertragen?

Mein Interesse für Comics hat ein Junge geweckt, der in meiner Nähe lebte und Comics im Bus las, so wie Park. (Mein Vater war Comic fan, aber er hob seine alten Comics für meine Brüder auf) Ich las alles, was er mir auslieh. Und sobald ich eigenes Geld hatte, gab ich es für Comics aus.

Das Buch soll jetzt verfilmt werden. Haben Sie Bedenken, dass die Liebesgeschichte auf der Leinwand an Intensität verliert, weil die Gedanken und Gefühle der Figuren nicht so gut dargestellt werden können wir im Buch?

Ich mache mir natürlich Gedanken darüber, ob der Film das Buch wiedergibt – die Seele des Buches erfasst, wenn auch nicht alles im Detail stimmt. aber letztendlich habe ich das nicht in der Hand. Obwohl ich dort sein werde, den Dreh begleite und kommentiere, ist das nicht mein Projekt. Ich muss dem Filmteam vertrauen und bislang tue ich das auch. Es scheint, als ob sie den Film machen wollen, weil sie das Buch wirklich lieben.

Text // f79

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