Verhältnis Studenten Auszubildende: Wer liegt vorn?

Holzfiguren.

Studium oder Ausbildung? Eine Entscheidung, die vieles beeinflusst: den Berufsstart, das Einkommen, die Zufriedenheit im Job. In Deutschland zieht es deutlich mehr junge Menschen an die Hochschulen als in Ausbildungsbetriebe. Aber ist der Uni-Weg automatisch der bessere? Ein Blick auf Zahlen, Trends und Chancen zeigt: Ganz so einfach ist es nicht.

Zahlen und Entwicklungen

Im Wintersemester 2023/24 waren rund 2,87 Millionen Studentinnen und Studenten an deutschen Hochschulen eingeschrieben. Gleichzeitig starteten etwa 1,22 Millionen in eine duale Ausbildung. Das bedeutet: Auf einen Azubi kommen mehr als zwei Studierende.

Seit Jahren zeigt sich derselbe Trend: Mehr Leute studieren, weniger machen eine Ausbildung. Warum? Mehr Abiturientinnen und Abiturienten, mehr Berufe mit Studienpflicht und ein gewisses Imageproblem der Lehre. Wer Abi hat, landet oft automatisch an der Uni. Die Zahl der Studienanfänger ist seit Anfang der 2000er stark gestiegen – von rund 30 % eines Jahrgangs auf mittlerweile über 50 Prozent.

Warum so viele studieren

Ein Studium bringt oft mehr Geld und bessere Aufstiegschancen. Außerdem wirkt ein akademischer Titel auf viele einfach attraktiver. Kein Wunder, dass Schulen und Eltern eher Richtung Hochschule schieben.

Aber: Die Ausbildung ist längst nicht out. Wer gerne praktisch arbeitet, schnell eigenes Geld verdienen will und einen direkten Weg ins Berufsleben sucht, ist mit einer Lehre bestens bedient. Und gerade im Handwerk oder in technischen Berufen stehen Azubis heute richtig gut da.

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Abbrechen, wechseln, neu starten

Rund 28 Prozent der Bachelor-Studierenden hören vor dem Abschluss auf. In der Ausbildung werden fast 30 Prozent der Verträge vorzeitig gelöst – aber oft nur, weil der Betrieb oder der Beruf nicht gepasst hat. Komplett abbrechen? Tun am Ende deutlich weniger.

Beruflich sind beide Wege vielversprechend. Akademikerinnen und Akademiker verdienen im Schnitt mehr, brauchen aber länger bis zum ersten Gehalt. Ausgebildete Fachkräfte starten früher durch und können mit Weiterbildungen wie dem Meister oder Techniker richtig Karriere machen.

Ausbildung stärken – was getan wird

Damit sich mehr junge Menschen wieder für eine Ausbildung entscheiden, gibt’s politische Unterstützung: Mindestvergütung für Azubis, neue Titel wie „Bachelor Professional“ für Meister, die Ausbildungsgarantie ab 2024 und Imagekampagnen wie der „Sommer der Berufsausbildung“ sollen zeigen, wie viel Potenzial in der Lehre steckt.

Blick nach vorn: Kommt das Comeback der Ausbildung?

Die Aussichten stehen gar nicht schlecht. Immer mehr Unternehmen bemühen sich aktiv um Nachwuchs, investieren in moderne Ausbildungsplätze und bieten Azubis echte Entwicklungsmöglichkeiten. Auch die öffentliche Wahrnehmung verändert sich langsam: Ausbildung wird sichtbarer, vielseitiger und attraktiver präsentiert – auf Messen, in Social Media und sogar durch Influencer-Kampagnen.

Der Fachkräftemangel tut sein Übriges: Wer heute eine Lehre macht, hat oft die freie Auswahl beim Arbeitgeber, gute Übernahmechancen und solide Gehälter. Gerade in Bereichen wie Handwerk, Pflege, IT oder Industrie wird dringend gesucht – und wer liefern kann, wird auch geschätzt.

Gleichzeitig entwickelt sich auch das System weiter: Neue digitale Ausbildungsberufe entstehen, es gibt mehr Durchlässigkeit zwischen Ausbildung und Studium, und duale Studiengänge verbinden das Beste aus beiden Welten. Immer mehr Jugendliche sehen deshalb in der Ausbildung eine echte Alternative zum klassischen Studium.

Die Politik setzt auf Gleichwertigkeit beider Bildungswege. Wenn das gelingt, könnte sich das Verhältnis zwischen Studium und Ausbildung wieder annähern. Vielleicht entscheiden sich in Zukunft wieder mehr junge Leute für den Weg mit Werkzeugkoffer statt Laptop – einfach, weil es besser zu ihnen passt.

Fazit

Das Verhältnis Studenten Auszubildende hat sich stark verschoben – aber nicht jede oder jeder passt automatisch an die Uni. Studium, Ausbildung, duale Studiengänge: Es gibt nicht den einen richtigen Weg. Entscheidend ist nicht, was besser aussieht, sondern was wirklich passt. Wer das für sich klar hat, liegt immer richtig – egal ob mit Blaumann oder Bachelorhut.

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