Ausbildungsmöglichkeiten Bundeswehr – welche Karrierewege gibt es?

Militär Deutschland.

Die Ausbildungsmöglichkeiten bei der Bundeswehr sind vielfältig und bieten für Jugendliche und Schulabgänger spannende Wege in die Zukunft. Ob in Uniform oder als Zivilangestellter – die Bundeswehr zählt zu den größten Arbeitgebern Deutschlands und ermöglicht über 50 anerkannte Ausbildungsberufe in unterschiedlichsten Bereichen​.

Bei der Bundeswehr gibt es unzählige Berufsrichtungen: Sie bietet technische, kaufmännische, medizinische, IT- und handwerkliche Ausbildungen an. Dabei kann man sowohl die militärische als auch die zivile Laufbahn unterscheiden. Wir erklären dir, welche Voraussetzungen gelten, welche Vorteile eine Ausbildung dort bietet und mit welchen Herausforderungen du rechnen musst.

Militärische vs. zivile Laufbahn bei der Bundeswehr

Bei der Bundeswehr kannst du zwischen einer militärischen Laufbahn und einer zivilen Karriere wählen. Beide Wege unterscheiden sich deutlich:

Militärische Laufbahn: Hier wirst du Soldat oder Soldatin. Deine Ausbildung beginnt immer mit der Grundausbildung von ca. drei Monaten, in der du militärisches Basiswissen und Disziplin erlernst​. Im Anschluss folgst du einer militärfachlichen Ausbildung für deinen speziellen Aufgabenbereich. Du verpflichtest dich für eine bestimmte Dienstzeit und wirst Teil der Streitkräfte.
Die Ausbildung ist hier weniger eine klassische Lehre, sondern vielmehr eine Kombination aus militärischem Training und Fachausbildung in deinem Einsatzbereich. Beispiele für militärische Laufbahnen sind der Freiwillige Wehrdienst (7–23 Monate Dienst), die Laufbahn als Soldat auf Zeit (mehrjährige Verpflichtung), Unteroffizier- und Feldwebellaufbahnen oder die Offizierslaufbahn mit Studium​.

 

Zivile Laufbahn: Dabei absolvierst du eine zivile Berufsausbildung als Angestellter der Bundeswehrverwaltung, ohne Uniform und ohne Verpflichtung zum Soldatendienst. Diese duale Ausbildung entspricht den gleichen staatlichen Standards wie in der freien Wirtschaft​, findet jedoch bei der Bundeswehr als Arbeitgeber statt. Du erlernst einen zivilen Beruf und schließt die Ausbildung mit einem anerkannten Abschluss ab. Zivile Ausbildungen gibt es in mehr als 50 Berufen – von technischen über kaufmännische bis hin zu medizinischen Tätigkeiten​. Anders als in der militärischen Laufbahn hast du keine Wehrpflicht oder Einsatzverpflichtung, trägst keine Uniform und arbeitest in der Regel zu üblichen zivilen Arbeitszeiten.

Technische Ausbildungsberufe bei der Bundeswehr

Die Bundeswehr ist eine High-Tech-Organisation – entsprechend groß ist das Angebot an technischen Ausbildungsberufen. Im technischen Bereich dreht sich alles um Technik, Mechanik, Elektronik und die Instandhaltung von Geräten und Fahrzeugen. Du kannst hier sowohl in Uniform als auch in Zivil arbeiten: Beispielsweise werden Soldaten im technischen Dienst an Fahrzeugen, Flugzeugen oder Waffensystemen ausgebildet, während zivile Azubis in Werkstätten oder Depots modernste Technik warten und reparieren.

Beispiele für technische Berufe:

  • Fluggerätmechaniker/in
  • Industriemechaniker/in
  • Elektroniker/in für Geräte und Systeme

Kaufmännische und Verwaltungsberufe bei der Bundeswehr

Kaufmännische Berufe sind gefragt, um den riesigen Verwaltungsapparat der Bundeswehr am Laufen zu halten. Wer sich für Organisation, Verwaltung oder wirtschaftliche Abläufe interessiert, kann hier fündig werden. In Uniform gibt es vergleichbare Tätigkeiten im Logistik- und Versorgungsdienst der Truppe, während Zivilbeschäftigte beispielsweise in Bundeswehr-Dienstleistungszentren, in der Personalverwaltung oder in Einkaufsabteilungen arbeiten.

Beispiele für kaufmännische Berufe:

  • Kaufmann / Kauffrau für Büromanagement
  • Verwaltungsfachangestellte/r
  • Kaufmann / Kauffrau im Gesundheitswesen

Medizinische Ausbildungsrichtungen (Sanitätsdienst)

Die medizinischen Berufe bei der Bundeswehr sind Teil des Sanitätsdienstes oder des zivilen Gesundheitswesens. Gesundheit und Medizin spielen sowohl für Soldaten im Einsatz als auch für die Versorgung der Angehörigen eine große Rolle. Wenn dich Pflege, Medizin und Hilfeleistung interessieren, findest du in diesem Bereich spannende Möglichkeiten. Militärisch kannst du zum Beispiel. als Sanitätssoldat ausgebildet werden – etwa als Notfallsanitäterin im Zentralen Sanitätsdienst der Bundeswehr, wo du dich um die medizinische Versorgung von Kameraden kümmerst​. Zivil hast du die Chance auf klassische Ausbildungen in Bundeswehrkrankenhäusern, Arztpraxen oder Laboren.

Beispiele für medizinische Berufe:

  • Notfallsanitäter/in
  • Gesundheits- und Krankenpfleger/in
  • Zahnmedizinische/r Fachangestellte/r

IT- und Cyber-Berufe bei der Bundeswehr

In der modernen Bundeswehr sind Informatik und Cyber-Sicherheit unverzichtbar. Der relativ neue Organisationsbereich „Cyber- und Informationsraum“ zeigt, wie wichtig IT-Know-how geworden ist​. Jugendliche mit Interesse an Computern, Programmierung und Netzwerken können bei der Bundeswehr sowohl zivil als auch militärisch im IT-Bereich durchstarten. Die Aufgaben reichen von der Systemadministration bis zur Abwehr von Cyberangriffen.

Beispiele für IT-Berufe:

  • Fachinformatiker/in für Systemintegration
  • IT-Systemelektroniker/in
  • Cyber-Sicherheitsspezialist/in (militärisch)

Handwerkliche Ausbildungsberufe bei der Bundeswehr

Klassische Handwerksberufe haben bei der Bundeswehr ebenfalls ihren Platz. Ob in der Kfz-Werkstatt, in der Schlosserei, Küche oder auf dem Truppenübungsplatz – ohne Handwerker läuft nichts. In diesen Ausbildungen arbeitest du praktisch und packst mit an. Viele technische Berufe überschneiden sich mit Handwerk (wie Mechaniker oder Elektroniker), doch darüber hinaus gibt es weitere handwerkliche Ausbildungsangebote. Zivil kannst du beispielsweise in einer Bundeswehr-Werkstatt lernen, militärische Fahrzeuge zu reparieren oder als Tischler in der Instandhaltung von Gebäuden arbeiten. Militärisch gibt es handwerkliche Tätigkeiten etwa bei Pioniertruppen (Brückenbau, Anlagenbau) oder als Kraftfahrzeugmechaniker in der Truppe.

Beispiele für handwerkliche Berufe:

  • Kfz-Mechatroniker/in
  • Maler/in und Lackierer/in
  • Tischler/in (Schreiner/in)

Voraussetzungen für eine Ausbildung bei der Bundeswehr

Je nachdem, ob du eine militärische oder zivile Laufbahn einschlagen willst, unterscheiden sich die Voraussetzungen leicht. Generell gilt: Du solltest mindestens die Vollzeitschulpflicht erfüllt haben (also i.d.R. 9 Schuljahre) und eine deutsche Staatsbürgerschaft besitzen​. Weitere Anforderungen:

  • Mindestalter: Für den militärischen Dienst musst du mindestens 17 Jahre alt sein (und unter 18 mit Zustimmung der Eltern)​. Für eine zivile Ausbildung ist es ideal, wenn du die Schule abgeschlossen hast.
  • Schulabschluss: Mindestens Hauptschulabschluss wird für die meisten zivilen Ausbildungen verlangt​. Mit Realschulabschluss oder Abitur stehen dir noch mehr Laufbahnen offen – zum Beispiel die Unteroffiziers- oder Offizierslaufbahn im Militär oder die Beamtenausbildung im mittleren Dienst (Verwaltung) im Zivilbereich​. Ohne Schulabschluss ist ein Einstieg nur über den Freiwilligen Wehrdienst möglich​.
  • Körperliche Eignung: Für die militärische Karriere musst du gesund und fit sein. Es gibt einen Sporttest und ärztliche Untersuchung im Auswahlverfahren​
  • Charakterliche Eignung: Insbesondere angehende Soldaten durchlaufen einen Eignungstest und ein Assessment-Center, in dem Teamfähigkeit, Verantwortungsbewusstsein und Stressresistenz geprüft werden​. Aber auch zivile Azubis sollten Motivation, Zuverlässigkeit und Lernbereitschaft mitbringen – oft gibt es Einstellungstests oder Vorstellungsgespräche.

Informiere dich frühzeitig über spezielle Anforderungen deines Wunschberufs – manche Ausbildungen haben eigene Eignungstests.

Vorteile und Nachteile einer Ausbildung bei der Bundeswehr

  • Sicherer Arbeitsplatz: Die Bundeswehr gilt als krisenfester Arbeitgeber. Arbeitsplätze im öffentlichen Dienst sind weniger von wirtschaftlichen Schwankungen betroffen – selbst in Krisenzeiten behältst du verlässlich deinen Job.
  • Vergütung von Anfang an: Du erhältst ab dem ersten Tag Gehalt bzw. Ausbildungsvergütung. Als Soldat im Dienst spricht man von Besoldung, die bereits während der Ausbildung gezahlt wird – und zwar netto, da Soldaten keine Sozialversicherungsbeiträge zahlen. Zivile Azubis bekommen ein gestaffeltes Ausbildungsentgelt nach Tarif des öffentlichen Dienstes inklusive Jahressonderzahlung (Weihnachtsgeld). Finanzielle Sorgen um Miete oder Lebensunterhalt sind dadurch meist geringer, und man kann sich voll auf die Ausbildung konzentrieren.
  • Soziale Leistungen: Gerade im militärischen Bereich profitierst du von zusätzlichen Leistungen. Unterkunft und Verpflegung werden Soldaten während der Ausbildung oft gestellt (Unterbringung in der Kaserne ist kostenlos möglich). Zudem gibt es eine unentgeltliche truppenärztliche Versorgung (kostenfreie medizinische Betreuung). Auch Fahrtkosten können erstattet werden. Für zivile Azubis gelten die üblichen Regelungen im öffentlichen Dienst.
  • Vielfältige Karrierechancen: Die Bandbreite an Berufen ist riesig – über 1.000 verschiedene Tätigkeiten gibt es insgesamt in der Bundeswehr. Jährlich werden rund 1.300 neue Auszubildende eingestellt. Nach einer erfolgreichen Ausbildung bestehen gute Übernahmechancen in eine feste Stelle. 
  • Körperliche und psychische Belastung: Die militärische Ausbildung ist fordernd. Frühes Aufstehen, Sport, Drill und Disziplin gehören zum Alltag in der Grundausbildung.
  • Risiken im Einsatz: Wer sich für den Dienst in Uniform entscheidet, muss sich bewusst sein, dass damit im Ernstfall Gefahr für Leib und Leben verbunden sein kann. Auslandseinsätze seit den 1990ern haben immer wieder Verletzte und auch Tote gefordert. Man verpflichtet sich, notfalls Waffen einzusetzen und sein Leben zu riskieren – das ist ein großer Unterschied zu zivilen Berufen.
  • Strenge Hierarchien und Vorschriften: Die Bundeswehr ist eine Institution mit genau geregelter Hierarchie. Für Soldatinnen bedeutet das: Befehle befolgen, Uniform tragen, Regeln einhalten. Disziplinarstrafen bei Fehlverhalten und ein klar geregelter Dienstweg gehören dazu. Wer damit ein Problem hat, wird sich in der militärischen Laufbahn schwertun. Aber auch als ziviler Azubi in einer Behörde der Bundeswehr musst du mit Bürokratie und Vorschriften umgehen können – die Strukturen sind oft weniger flexibel als in manch privatem Startup.
  • Ortswechsel und Trennung von Zuhause: Soldaten müssen oft den Standort wechseln – Versetzungen in verschiedene Bundesländer oder ins Ausland sind Teil der Karriere.

Trotz dieser Herausforderungen meistern jedes Jahr tausende junge Menschen ihre Ausbildung bei der Bundeswehr. Wichtig ist, dass du dir vorher gut überlegst, ob dieser Karriereweg zu dir passt. Die Bundeswehr selbst bietet Beratungsstellen und Info-Veranstaltungen an, wo du mit Personalern sowie Soldatinnen und Soldaten sprechen kannst.

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