Der Bachelor: Auf der Suche nach der großen Liebe oder einem schnellen Kuss?

Es ist wieder soweit: die sechste Staffel der Dating-Show „Der Bachelor“ spitzt sich so langsam zu. m80-Autorin Dominique Houtman hat die aktuelle Staffel aufmerksam verfolgt und sich ihr ganz eigenes Urteil über den Mann mit den grünen Augen gebildet.

Die Show

Das TV-Format ist wie es sich für den TV-Sender RTL eben gehört sehr simpel:
man nehme einen mehr oder weniger attraktiven jungen Mann mit viel Geld, gebe 22 seltsame Frauen hinzu und verteile jede Menge Sekt und Amarula.

Das ganze einmal umrühren und gut schütteln bis am Ende nur noch eine der Frauen übrig bleibt, die sich dann optimalerweise als die große Liebe des Charmeurs erweist – soweit zumindest die Theorie.

Symbolisch für die Gefühle stehen die roten Rosen die der Bachelor am Ende jeder Folge verteilt nachdem er die Möglichkeit hatte die Frauen in Form von Gruppen- und Einzeldates ein wenig näher kennen zu lernen und ihnen auf den Zahn zu fühlen. Wer sich gut geschlagen hat bekommt am Ende der Folge eine prachtvolle Blume geschenkt begleitet von den Worten: „Willst du diese Rose annehmen?“ und ist damit direkt eine Runde weiter.

3 Monate Suche für 2 Wochen Beziehung

Dass das mit der wahren Liebe leider trotzdem nicht immer so läuft wie man es sich wünscht zeigt uns die Erfahrung der letzten 5 Staffeln. Nachdem wir wochenlang gezittert, gerätselt und gebangt haben wer wohl dieses Mal das Rennen machen wird kam die Erlösung. Der Bachelor hatte sich für eine der schönen Frauen entschieden und eine Woche darauf wurde in der letzten Folge der Staffel auch direkt schon die Trennung des frisch gebackenen Liebespaares bekannt gegeben.

Zwischen dem Zeitpunkt der tatsächlichen Wahl des Bachelors und der Ausstrahlung der Folge im TV liegen im Schnitt ca. 3 Monate, eine lange Zeit für ein frisch gebackenes Paar das sich in der Öffentlichkeit nicht blicken lassen darf, sonst wäre ja die ganze Spannung raus. Die Verliebten unterliegen in dieser Zeit strengsten Auflagen was das Dating angeht und haben es nicht leicht. Verständlich also, dass die Beziehung da massiv kriselt und die Rosen umso schneller verblühen als uns lieb ist.

Somit wurde es in den letzten Jahren zur Tradition dass schon Schluss ist bevor die Show überhaupt ausgestrahlt wurde.

Trotz der miserablen Beziehungsprognose wird aber auch in dieser Staffel immer wieder bestärkt, dass es darum geht hier die große Liebe zu finden und nicht darum mal wieder einen wegzustecken.

Ob sich der ganze Aufwand überhaupt lohnt wenn man eh schon weiß, dass es nicht klappen wird ist daher die Frage.

Aber wo würde schließlich der Unterhaltungswert bleiben wenn die Teilnehmer nicht der ganzen Sache jedes Mal aufs Neue ungehalten optimistisch gegenüber stehen würden?

 

© RTL / Gerard Santiago

Playboy oder Romantiker?
Dieses Jahr dreht sich der heiße Kampf um den 30–jährigen Unternehmensberater Leonard Freier aus Berlin.
Und der Name ist Programm.

Denn im Laufe der Staffel hat der nette Mann mit dem leichten Silberblick und dem „ssüsssen“ Sprachfehler es schon ordentlich krachen lassen: Als von 22 Frauen immerhin noch 7 übrig waren hat der begehrte Junggeselle bereits mit 3 Ladys geknutscht und es wird gemunkelt, 

dass eine der 3 Glücklichen sich sogar über mehr als nur einen Bussi von dem Knutschelor, wie er inzwischen genannt wird, freuen durfte.

Es heißt zwar dass der Vater einer einjährigen Tochter nach der große Liebe sucht, aber für die Ladys zählen statt der Worte eben auch die Taten.

Lahme Sprüche und viel Alkohol

Als Leonard in der ersten Folge erstmals auf die Frauen traf war er zwar verständlicherweise nervös, aber rechtfertigt das Sprüche wie: „Du kommst aus Berlin? Echt, ich hab dich da noch nie gesehen.“ oder die Parship-Variante von Small-Talk: „Ich bin in meiner Freizeit gern sportlich aktiv.“?

Die Frauen stört’s jedenfalls nicht weiter, sie sind begeistert von dem neuen Mann an ihrer Seite, was vielleicht daran liegen könnte, dass in der Show in so ziemlich jeder Szene kräftig gebechert wird. Ob Sekt, Amarula oder delikate Cocktails, für seine Ladys ist dem Bachelor nichts zu teuer. Man könnte fast meinen, dass das ganze Konzept ohne den massiven Alkoholkonsum nur halb so spaßig und feucht-fröhlich wäre.

Der Kampf wird heißer und die Kleider werden kürzer

Wo viele Frauen um einen Mann herum scharwenzeln da lässt natürlich auch ein Konflikt nicht lange auf sich warten. In den vergangenen Folgen hat es schon ein paar mal ordentlich gekracht in der „Ladysvilla“.

Dabei ging es wie immer ums Petzen und ausspannen, sehr erwachsen eben.

Minuspunkte gibt es natürlich auch wenn Frau sich nicht traut, denn der junge Mann hat hier zwar die Hosen an, aber er mag es wenn sie den ersten Schritt macht und auf ihn zugeht. Wer schüchtern ist hat hier ganz schlechte Karten.

Bachelor vs. Bachelorette

Dass das Konzept von RTL auch voll und ganz aufgehen kann sehen wir am Gegenstück zum Bachelor – der Bachelorette.

Obwohl die Beziehungen der Junggesellen die Dreimonatsmarke nie überschritten haben scheint es bei den Frauen doch deutlich erfolgreicher zu klappen. So ist die zweite Bachelorette mit ihrem Auserwählten nun immerhin schon fast 4 Jahre liiert.

© RTL / Gerard Santiago

Woran das liegt? Man könnte jetzt einen Exkursionskurs in die tiefe Psyche der Geschlechter starten aber ich erkläre mir das ganz einfach: Ein Mann inmitten von 20 schönen Frauen kann einfach nicht mehr klar denken und fängt mit allen etwas an während die Frau da gewählter vorgeht und weitaus weniger Männer verspeist. Somit hat keiner von vornherein das Gefühl betrogen worden zu sein und die Beziehung steht nicht von Anfang an unter einem schlechten Stern. Dadurch unterscheiden sich die Shows obwohl sie dem gleichen Konzept folgen von Grund auf.

­Obwohl es beim Bachelor Jahr für Jahr mit der großen Liebe einfach nicht zu klappen scheint bereitet uns diese Show trotzdem so viel Freude, dass wir immer wieder einschalten wenn der Kampf um die letzte Rose beginnt.

Also bleibt uns nichts weiter als zuzusehen wie der Bachelor sich erneut für die Falsche entscheidet.

Doch wer weiß, vielleicht klappt es ja dieses Jahr doch?

Text // Dominique Houtmann

 

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